Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern und so weiter

Alba

So. Alba ist bereits ein speckiges Baby mit Wurstärmchen und -Beinchen, kann schon strahlend lächeln und milde gucken (der Baby-Milde-Augenaufschlag), Marta hat sich einigermassen daran gewöhnt, nicht mehr die Einzige zu sein – und daran, dass ihr Papa mehr für sie zuständig ist und die Mama viel mit Alba beschäftigt. Windeltechnisch sind wir seit einiger Zeit wieder auf dem Stand von vor Albas Geburt.

Gelegentlich guckt Marta jetzt schon mal einen Film. “Jour de fête” von Jacques Tatí war lange der einzige und daher absoluter Favorit, seit neuerem darf es auch mal “Ronja Räubertochter” oder die Biene Maja sein. Abends erzählt sie dann, dass der Postbote schon wieder ins Wasser gefallen ist oder sie fragt, warum die Rumpelwichte immer “wiesu dönn bluss” fragen …

Karneval

Seit ein paar Tagen ist Frühling. Zweimal die Woche bringe ich Marta morgens mit dem Fahrrad zum Park statt mit dem Wagen in den Kindergarten – Marta im Tragetuch auf dem Rücken, wir beide auf einem Fahrrad von Bicing. Das ist bei dem schönen Wetter richtig idyllisch.

Alba * 23.11.2008

Alba

Am Sonntag wurde unsere zweite Tochter Alba geboren. Katja weckte mich um vier Uhr morgens und die Wohnung war von Kerzen erleuchtet. Dann durfte ich aber doch noch bis sechs Uhr schlafen – oder vielmehr “ruhen”, denn wirklich schlafen konnte ich nicht mehr, während Katja Plastikplanen über den Futon und das Sofa im Wohnzimmer breitete. Im Halbschlaf wunderte ich mich, warum sie das alles schon macht, weil ich mir gar nicht vorstellen konnte, dass es schon losgeht.

Um sechs sollte ich dann helfen, eine Badewanne einzulassen, und aufpassen, dass Katja nicht in der Wanne einschläft. Zwischen den Wehen war sie nämlich glücklicherweise sehr entspannt.

Um halb acht wachte dann Marta auf und ich machte uns Frühstuck. Zwischendurch ging ich ins Bad, um mit Katja Wehen zu zählen, und als alle drei Minuten eine Wehe von einer Minute kam, rief ich die Hebamme an, die sich sofort auf den Weg zu uns machte.

Die Hebamme brachte noch eine zweite Hebamme mit, die Freundin einer Freundin von uns, die vor Kurzem bei dem “Zentrum für Familiengesundheit” Marenostrum angefangen hatte, an das wir uns wegen der Hausgeburt gewandt hatten, und die gerne bei Albas Geburt dabeisein wollte. So hatten wir also reichlich professionelle Unterstützung.

Die beiden fingen gleich an, Handtücher zu wärmen und stärkende Tees mit Honig für Katja zu bereiten, und gaben uns das Gefühl, in besten Händen zu sein.

Währenddessen habe ich abwechselnd Katja signalisiert, dass ich da bin, falls sie mich braucht, und mich mit Marta beschäftigt, ihr Geschichten vorgelesen und erklärt warum die Mama so “quiekt”. Marta wollte nicht zu ihrem Freund Jan oder Stephan oder sonstwohin gehen, sondern zuhause bleiben und keinen Moment der Aktion verpassen. Als man das Köpfchen schon sehen konnte, habe ich sie auf den Arm genommen und wir haben zusammen zugeschaut, wie Alba auf die Welt kam.

Danach haben wir zu viert im elterlichen Bett gesessen bzw. gelegen, Alba bestaunt und ein bisschen Plazenta-mit-Orangensaft-Gemisch getrunken, um wieder zu Kräften zu kommen.

Alles in allem also gar kein Vergleich mit dem Drama bei Martas Geburt, eine recht entspannte Angelegenheit – am wenigsten vielleicht für Katja und Alba, aber selbst für die beiden.

Martas 3. Geburtstag

Martas dritter Geburtstag
Neulich war Martas dritter Geburtstag, der leider etwas im Alltag und im Regen unterging. Dieser etwas nachhinkende Blogeintrag beweist es nochmals.

Immerhin gab’s morgens leckeren Möhrenkuchen mit drei Kerzen und elterlichem Gesang und einen Haufen Geschenke auf dem Gabentisch. Beim nächsten Geburtstag wird es morgens allerdings nur ein Geschenk auf dem Gabentisch geben – und den Rest nachmittags. Es war nämlich verständlicherweise doch recht schwer, Marta von ihren Geschenken weg und in den Kindergarten zu locken.

Die Geburtstagsfeier am folgenden Wochenende fiel dann auch ins Wasser – zumindest das ursprünglich vorgesehene Picknick auf dem Montjuïc. Statt dessen kamen fast alle geladenen Kinder nebst Eltern bei uns zuhause vorbei, so dass es auch ohne Heizung und trotz strömenden Regens ganz kuschelig wurde. Die Tragetuch-Schaukel, die wir von einem Deckenbalken abgehängt hatten, war ein Riesenerfolg (auch pädagogisch: abwechseln üben!), genau wie Katjas Madalenas (Muffins) ohne Weizenmehl und mein Nudelsalat.

Emanzipation

Marta hat am Samstag zum ersten Mal bei ihrem Freund Jan übernachtet. Ohne uns. Sie wollte das unbedingt mal machen. (Und am liebsten, dass wir sie am Sonntag gar nicht wieder abholen …)

Da haben wir sie also am Samstag gebracht und sind klopfenden Herzens nach hause gegangen und haben unsere erste Nacht ohne unsere Tochter verbracht. Wir wussten zwar, dass sie bei Jan und seinen Eltern gut aufgehoben ist, aber trotzdem: nach fast 3 Jahren das erste mal ohne Marta die Nacht zu verbringen war schon komisch.

Am Sonntag früh hat Katja sie dann abgeholt und mit der Aussicht auf einen Spaziergang auf dem Montjuïc mit Pienienkern-Sammeln (und vor allem: -Knacken!) auch zum Mitkommen bewegen können.

Einerseits freuen wir uns natürlich, dass wir so eine selbständige Tochter haben. Andererseits müssen wir uns ranhalten, damit wir nicht den Anschluss verlieren …