Den hat sie nun schon seit fast einem Monat. Aber es ist gar nicht so leicht, den zu fotografieren. Und dann auch noch was drüber zu schreiben. (Kleiner Tipp: wer auf das Foto klickt, kommt auf die Seite “Flickr”, wo das Foto – und damit auch der Zahn – in größer zu sehen ist)
Das Tagebuch-Dilemma ist ja: je mehr man zu schreiben hätte, desto weniger Zeit hat man dafür. Und je mehr Zeit man hat, desto weniger gibt’s zu berichten. Die einzige Lösung, die mir einfällt, wäre, Themen zu sammeln und darüber zu schreiben, wenn ich Zeit habe. Dazu fehlt mir aber die Disziplin.
Also, hier im Schnelldurchlauf die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen des letzten Monats:
1) Marta: wächst und wächst, und ist jetzt so speckig, dass sie wie eine Weisswurscht daherkommt. Den Zahn hab ich schon erwähnt. Das Zahnen ging bisher ganz friedlich, auch wenn sie jetzt halt etwas bissig geworden ist. Und das Zähnchen ist zwar klein, aber scharf. Morgens werden wir jetzt früh von einem mit Press-Stimme vorgetragenen Monolog geweckt, der immer abwechslungsreicher wird. Was man alles mit der Stimme machen kann! Wenn wir dann die müden Augen aufklappen, strahlt Marta schon über alle vier Backen, so dass wir uns fragen, von wem sie das bloss hat. Wir sind beide nicht sooo passionierte Frühaufsteher. Naja, solang sie so grossartig gelaunt ist. Das reisst einen geradezu mit.
2) Das Wetter: endlich hat sich der Sommer durchgesetzt (naja, oder Frühling, sagen wir mal).
3) Macrobotellón: das heisst so viel wie: alle setzen sich auf die Rambla del Raval, trinken mitgebrachtes Bier aus Dosen und trommeln auf mitgebrachten Trommeln rum. Und das Ganze fängt natürlich erst um mitternacht an. Und dann kommt die Polizei und versucht, die Versammlung aufzulösen. Daraufhin fühlen sich die Partygänger total revolutionär und rufen “Faschisten”, “Hijos de P***” und Ähnliches. Die Anwohner (also wir) stehen derweil senkrecht im Bett und ärgern sich. Und denken: “es gibt vieles, wofür zu kämpfen sich lohnt. Ein nerviges Besäufnis mitten in der Altstadt von Barcelona gehört nicht dazu.” Als die endlich fertig waren, legte die Nachbarin von gegenüber los, und drehte bei offenem Fenster die Musik voll auf. Diesmal hat sie dankenswerter Weise nicht mitgesungen, wie früher schonmal, sondern nur mitgetrommelt. Und diesmal hab ich gerufen, sie möchte die Musik leiser drehen, was sie zum Glück dann auch tat. Dann hatte aber Marta Bauchschmerzen bzw. konnte nicht schlafen. Wir also auch nicht.
4) Arbeit: derzeit viel. Also wenig Zeit für anderes. Diesen Eintrag hab ich mir zum Beispiel von der wohlverdienten (und dringend benötigten) Siesta abgespart. Und heute nachmittag müssen wir mit Marta zur Kinderärztin. Messen, wiegen, impfen …
