Der Rote Hund - Philipp Marquardts Blog


Archiv für Juni 2005

Es ist Krieg San Juan

23. Juni 2005 | Persönlich | Kommentare sind aus.

Gerade ruft Katjas Schwester an, aber es ist so gut wie kein Wort zu verstehen, weil um uns in den Straßen die Knallteufel toben. La Verbena, also der Vorabend, von San Juan, der Sommersonnenwende, wird traditionell mit Feuerwerk und Geballer begangen. Dazu ißt man »Cocas« de San Juan, und Dani erzählte gerade, dass man früher auch alte Möbel verbrannt hat bzw. auf dem Land auch heute noch verbrennt. Während der letzten zwei, drei Wochen wurde schon immer mal und auch recht nervtötend geknallt, aber seit heute gibt es kein Halten mehr. Wir haben jedenfalls kategorisch alle Verabredungen für den heutigen Abend abgelehnt und verschanzen uns gleich mit einem sommerlich leichten Essen auf dem Dach, wo man sowohl dem Lärm als auch der Hitze einigermaßen entfliehen kann.

Eine Nacht beim Sónar

23. Juni 2005 | Persönlich | 1 Kommentar »

Je mehr man theoretisch zu berichten hätte, desto weniger kommt man natürlich zum bloggen.

Letzte Woche kam Reinhard zu Besuch, um beim Sónar de noche LCD Soundsystem zu sehen. Also mussten wir vorher schnell die Küche zu ende renovieren und ein Kleiderregal einbauen, damit wir die Sachen aus dem Salon in dem Regal unterbringen konnten, das uns bis jetzt als Kleiderregal diente und die Gästeluftmatratze im Salon unterbringen konnten. Auf Spanisch sagt man übrigens Salon statt Wohnzimmer, also nein, ich bin kein Snob. Nur etwas übersetzungsdenkfaul vielleicht. Kein Wunder, bei der neuerdings hier herrschenden Hitze!

Wo war ich stehen geblieben? Genau: Reinhard, Sónar, Regale. Und Arbeitsplatte in der Küche. Das Holz wurde am Donnerstag Morgen geliefert, dann mussten wir es noch streichen bzw. ölen, teilweise per Raspel an die nicht ganz geraden Wände unserer Wohnung anpassen und dann mit letzterer fest verschrauben.

Die Küche, heute

Dann kam noch Thomas Bücker mit dem schönen Award angereist, und wo er schonmal da war, blieb er natürlich auch zum Sónar, allerdings nicht bei uns, da wir keinen Platz mehr hatten. Über LoQuo fand er aber doch noch eine günstige Bleibe, sogar ganz hier in der Nähe.

Zwischendurch habe ich dann noch meine Digitalkamera bei den »Pescadores« vergessen, aber zum Glück haben die sie gefunden und für mich aufgehoben. Reinhard beim Pulpitos-Probieren:

Reinhard beim Pulpitos-Probieren

Und gestern waren wir dann noch »Batman Begins« gucken. Im Club Capitol an der Rambla. Das scheint keiner zu kennen. Oder keiner wollte den Film sehen. Oder Mittwoch ist hier Kinotag, weil sonst mittwochs wirklich niemand ins Kino ginge. Naja. Hat uns durchaus amüsiert, wenn auch die Argumente von Andreas Borcholte gegen den Film nicht von der Hand zu weisen sind.

Ach ja, das Sónar: der Samstag Abend stand ganz klar unter dem Motto »je krasser, desto besser«: Soulwax brachten einen Bass in den als SónarClub dienenden Flugzeughangar, der einem beinah die Trommelfelle durchvibrierte. De La Soul zogen ein Mitmachspielchen nach dem anderen ab, so dass von ihrer Musik eigentlich nichts mehr übrigblieb (machen scheinbar alle Hip Hopper so bei Live-Auftritten …?) und das Publikum am nächsten Tag sicher Muskelkater im »Partyfinger« hatte. LCD Soundsystem tobten den Saal und mussten mitten im Auftritt zwei gerissene Saiten beim Bass ersetzen. Das Publikum konnte solange Autoscooter fahren, der in der Halle aufgebaut war … Luke Vibert von Warp sass hinter seinem Titan-Powerbook, rauchte, trank und fummelte irgendwie gelangweilt an ein paar Knöpfchen und Tasten herum, erzeugte dabei aber ein Klanginferno, dass es eine wahre Freude war. Amüsant war der Publikums-Mitmach-Teil von Cut Chemist: der ging mit einem Mikro ins Publikum und führte ein paar Mini-Interviews (»What’s your name, sweetheart?« – »Claire«), die er nachher unter Zuhilfenahme diverser Wunder der Technik vor den Augen des verblüfften Publikums in einen Spontan-Mix scratchte.

Ansonsten: viele, sehr viele Menschen auf eigentlich viel Raum, der aber im Laufe der Nacht immer enger wurde. Ich weiss wirklich nicht, warum man sich sowas antut.

Was man so »Küche streichen« nennt …

14. Juni 2005 | Persönlich | Kommentare sind aus.

Heute haben wir endlich den Kühlschrank vom Salon in die Küche verfrachtet, nachdem die letzten Wände verputzt und gestrichen sind. Einige Schönheitsflecken hat’s auch schon … Also, falls sich jemand wundert, warum ich mich so selten melde in letzter Zeit:

Vorher:

Die Küche, vorher

Nachher:

Die Küche, heute

Und einiges dazwischen …

Wasser II

09. Juni 2005 | Persönlich | 2 Kommentare »

Jetzt haben wir endlich »agua directa«, also nicht aus einem Speicher auf dem Dach, sondern mit Schmackes direkt von den Wasserwerken. Müssen also bald mal einen Duschvorhang kaufen, denn aus der Dusche kommt jetzt richtig viel heisses Wasser. Ein Traum!

Einziges Wermutströpfchen: aus dem deaktivierten Depot auf dem Dach scheint es zu tropfen. Jedenfalls ist die Wand in der Küche nass. Gut, dass wir da noch nicht gestrichen haben …

Heute morgen habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben innigst eine Spüle gewünscht. Wer glaubt, dass sei ein sicheres Zeichen für Spiessertum, soll mal drei Monate lang eine mobile Spülschüssel durch seine Wohnung schleppen. Es ist ganz klar Faulheit.

Es ist ein … Kind!

09. Juni 2005 | Persönlich | Kommentare sind aus.

Am Freitag waren wir zur zweiten Ultraschall-Untersuchung. Schon etwas weniger spektakulär als die erste, man wird ja Profi, aber immer noch seeehr spannend. Zumal wir dachten, diesmal könnten wir sicher sehen, ob es Junge oder Mädchen wird. Nach der Untersuchung ist aber das einzige, was wir mit Sicherheit wissen: »es« ist schüchtern!

Ausserdem gab es keinerlei Anzeichen für Probleme oder Krankheiten. Das ist auch schön zu hören, und natürlich der eigentliche Grund für die Untersuchung. Sowieso auffällig, dass die Ärztin sich für völlig andere Bilder und Details interessierte als wir: je ursuppiger das Bild, desto interessierter clickte und piepste sie im Bild herum, während sie bei Einstellungen vom Gesicht, den Händchen und der Wirbelsäule glaube ich nur uns zuliebe mal kurz stoppte. Na gut, soviel also zum »Profi« …