Je mehr man theoretisch zu berichten hätte, desto weniger kommt man natürlich zum bloggen.
Letzte Woche kam Reinhard zu Besuch, um beim Sónar de noche LCD Soundsystem zu sehen. Also mussten wir vorher schnell die Küche zu ende renovieren und ein Kleiderregal einbauen, damit wir die Sachen aus dem Salon in dem Regal unterbringen konnten, das uns bis jetzt als Kleiderregal diente und die Gästeluftmatratze im Salon unterbringen konnten. Auf Spanisch sagt man übrigens Salon statt Wohnzimmer, also nein, ich bin kein Snob. Nur etwas übersetzungsdenkfaul vielleicht. Kein Wunder, bei der neuerdings hier herrschenden Hitze!
Wo war ich stehen geblieben? Genau: Reinhard, Sónar, Regale. Und Arbeitsplatte in der Küche. Das Holz wurde am Donnerstag Morgen geliefert, dann mussten wir es noch streichen bzw. ölen, teilweise per Raspel an die nicht ganz geraden Wände unserer Wohnung anpassen und dann mit letzterer fest verschrauben.

Dann kam noch Thomas Bücker mit dem schönen Award angereist, und wo er schonmal da war, blieb er natürlich auch zum Sónar, allerdings nicht bei uns, da wir keinen Platz mehr hatten. Über LoQuo fand er aber doch noch eine günstige Bleibe, sogar ganz hier in der Nähe.
Zwischendurch habe ich dann noch meine Digitalkamera bei den »Pescadores« vergessen, aber zum Glück haben die sie gefunden und für mich aufgehoben. Reinhard beim Pulpitos-Probieren:

Und gestern waren wir dann noch »Batman Begins« gucken. Im Club Capitol an der Rambla. Das scheint keiner zu kennen. Oder keiner wollte den Film sehen. Oder Mittwoch ist hier Kinotag, weil sonst mittwochs wirklich niemand ins Kino ginge. Naja. Hat uns durchaus amüsiert, wenn auch die Argumente von Andreas Borcholte gegen den Film nicht von der Hand zu weisen sind.
Ach ja, das Sónar: der Samstag Abend stand ganz klar unter dem Motto »je krasser, desto besser«: Soulwax brachten einen Bass in den als SónarClub dienenden Flugzeughangar, der einem beinah die Trommelfelle durchvibrierte. De La Soul zogen ein Mitmachspielchen nach dem anderen ab, so dass von ihrer Musik eigentlich nichts mehr übrigblieb (machen scheinbar alle Hip Hopper so bei Live-Auftritten …?) und das Publikum am nächsten Tag sicher Muskelkater im »Partyfinger« hatte. LCD Soundsystem tobten den Saal und mussten mitten im Auftritt zwei gerissene Saiten beim Bass ersetzen. Das Publikum konnte solange Autoscooter fahren, der in der Halle aufgebaut war … Luke Vibert von Warp sass hinter seinem Titan-Powerbook, rauchte, trank und fummelte irgendwie gelangweilt an ein paar Knöpfchen und Tasten herum, erzeugte dabei aber ein Klanginferno, dass es eine wahre Freude war. Amüsant war der Publikums-Mitmach-Teil von Cut Chemist: der ging mit einem Mikro ins Publikum und führte ein paar Mini-Interviews (»What’s your name, sweetheart?« – »Claire«), die er nachher unter Zuhilfenahme diverser Wunder der Technik vor den Augen des verblüfften Publikums in einen Spontan-Mix scratchte.
Ansonsten: viele, sehr viele Menschen auf eigentlich viel Raum, der aber im Laufe der Nacht immer enger wurde. Ich weiss wirklich nicht, warum man sich sowas antut.